"So wollen sie nicht mehr arbeiten"

... lässt sich der erste Artikel interpretieren. Karin Bauer setzt sich mit den Wünschen der Arbeitnehmer/innen auseinander. Unternehmer sollten wieder mehr auf ihre Handschlag-Qualität achten, anstatt eine Wunder-Arbeitsstelle zu bewerben, die es nicht gibt. Über 40 Prozent der Arbeitnehmer/innen spielen, dem Artikel zu folge, mit dem Gedanken in den nächsten Monaten das Unternehmen zu verlassen. Bei der Hälften der jungen Arbeitnehmer/innen (Generation Z und Millenials: 18- bis 38jährig) spielt es eine wichtige Rolle, dass sie örtlich flexibel arbeiten können. Freie Arbeitszeitgestaltung, wobei u. a. eine Reduktion der Arbeitszeit auf unter 40 Stunden ebenso eine Rolle spielt, wie die Vier-Tage-Woche (mehr Freizeit bzw. geblockte Freizeit). Island setzt auf eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, was zur Folge hat, dass die Arbeitnehmer/innen zufriedener sind (weniger Krankheit, mehr Produktivität). Im ersten Artikel wird Maschinenbau Koller bei Aflenz erwähnt, wo bereits die Vier-Tage-Woche usus ist. Im zweiten Artikel beschreibt Anika Dang, dass die Vier-Tage-Woche bei österreichischen Betrieben Einzug gehalten hat: Koller wird erneut erwähnt - dieses Unternehmen bietet Wahlmöglichkeiten betreffen Vier- oder Fünf-Tage-Woche sowie Früh- oder Nachmittagsdienst, was die Zufriedenheit der Arbeitnehmer/innen und somit das Betriebsklima steigert. Der Co-Geschäftsführer Wolfgang Grabner beschreibt, dass 70 Prozent der Beschäftigten eines der neuen Arbeitszeitmodelle gewählt haben. Weiters: "Wir suchen seit Monaten nach neuen Mitarbeitern in der Produktion. Seitdem wir diese neuen Arbeitszeitmodelle haben, konnten wir schon drie Stellen besetzten." Ähnliches bereichtet die Tischlerei schneider aus Mariahof. "Die Beschäftigten können wählen, ob sie die 40 Stunden wie bisher an fünf oder von Montag bis Donnerstag beziehungsweise von Dienstag bis Freitag machen" so Geschäftsführerin Sonja Forstner. Auch hier zieht das Angebot neue Mitarbeiter/innen an.

Meiner Meinung nach braucht es kreative Arbeitszeitmodelle, um die Herausforderungen im Leben zu bewältigen. Unternehmen werden erkennen müssen, dass Menschen wichtiger sind als Maschinen und das sie eben keine bloßen Ressourcen sondern Lebewesen sind. Der wertschätzende Umgang wird in den Vordergrund treten müssen.


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